Sonntag, 27. Januar 2019

Das Ende der Schaukelei

Dörte und mir ging es heute Nacht und am Morgen schlecht. Wir warteten nur darauf, dass die Schaukelei zu Ende ging. Fast bis zur letzten Tablette haben wir unseren Zintanin-Vorrat aufgebraucht. Leerer Magen, wenig getrunken (man vermeidet die Toilettengänge, denn die sind riskant). Immer wieder den Griff zum GPS-Gerät, ob es endlich weniger als 100 km bis zum Ziel sind.

Gegen morgen haben wir es jeder mit einem halben Keks versucht und der ist drin geblieben. Ich bin gegen 7:30 Uhr an Deck gegangen, weil das Boot inzwischen ziemlich ruhig zwischen einer Inselgruppe und dem Festland längs fuhr. Es gab sogar Internetverbindung und ich konnte die Blogbeiträge der letzten Tage hochladen. Zunächst ohne Bilder, denn nach der Inselgruppe fing es wieder an zu schaukeln. Da habe ich mich lieber auf den Horizont als auf den PC konzentriert.

Um Punkt 12 Uhr haben wir in Cartagena im Hafen festgemacht. Jetzt mussten wir nur noch unsere Reisepässe frisch gestempelt zurückbekommen. Daniel, der Kapitän, hatte uns schon per Funk angemeldet. Trotzdem hat es fast bis 16 Uhr gedauert, bis wir unsere Pässe zurückbekamen. Zwischendurch gab es für uns Pizza an Bord und wir konnten uns auch die Gegend um die Marina ansehen (Supermarkt, Geldautomat usw.).

Unser Katamaran Cat360 im Hafen
Dörtes Kreislauf hat die Hitze nicht gut getan, sie hat in der Marina kalt geduscht und dann in der Bar des Marine-Clubs auf die Pässe gewartet. Das war der einzige klimatisierte Raum und der tat ihr gut. Genauso wie der Kaffee.

Als erstes einen Cappucino für Dörte und eine Cola light für mich!
Dann ging alles ganz schnell: Wir haben uns herzlich verabschiedet und noch ein Gruppenbild gemacht. Ein Teil von uns trifft sich heute Abend noch einmal zu einem Umtrunk, aber die Österreich-Gruppe fährt sofort zu ihrem Traumhaus am Traumstrand. Dort soll es dann nächste Woche auch noch eine Traumhochzeit geben, wie wir beim Abschied erfuhren. Viel Glück für das junge Paar!

vlnr: Daniel, Merel, Nene, Dörte, Fae, Magdalena,
Jan, Isil, Axel, Jeroen, Kate, Schorsch
Es mag komisch klingen, aber diese Fahrt mit dem Katamaran ist schon eines der Highlights unserer Weltreise. Empfehlenswert, nehmt aber genug Reisetabletten mit!

Anmerkungen von Dörte:

Hätte nicht gedacht, dass ich freiwillig eine kalte Dusche nehme, aber heute war das prima. Bin ja sonst ein überzeugter Warmduscher.

Samstag, 26. Januar 2019

Endlose Schaukelei

Gestern ging es nach einem Abendessen in einer Inselhütte gegen 23 Uhr auf die Tour nach Cartagena. Wir haben alle unsere Reisepillen genommen und uns ins Bett gelegt. Schnell ging die Schaukelei los, aber liegend im Bett mit Reisetabletten im Bauch war es auszuhalten. Kritischer war für mich schon der Blick auf das GPS: 375 km Luftlinie bis Cartagena und wir kamen mit etwa 10 km/h voran. Dazu hohe Wellen.

Nach etwa 13 Stunden fragte Dörte, wann wir denn endlich da seien und war echt geschockt, als ich ihr noch eine weitere Fahrt von 27 Stunden prophezeite. Sie hatte keine zweite Reisetablette eingeworfen und holte das schleunigst nach.

Ich wagte mich für zwei Stunden an Deck und musste das mit einmal Fische Füttern bezahlen. Nur einmal und mit leerem Magen, also nicht so schlimm. Dann habe ich 90 Minuten mein taktisches Manöver geplant, wie ich bei dem Wellengang möglichst schnell in die halbwegs sichere liegende Position auf meiner Koje komme. Hat unfallfrei geklappt.

Der Rest des Tages war einfach abwarten und alle 4 Stunde eine Tablette nachwerfen. Um 17 Uhr habe ich mich getraut, eine halbe Salzkartoffel zu essen. Ist dringeblieben. Und gegen 19 Uhr hat der Kapitän die Motoren zugeschaltet, sodass wir zwar mehr schukeln aber dafür schneller an kommen. Nur noch 15 Stunden!

Keine Fotos und keine Anmerkungen von Dörte heute.

Freitag, 25. Januar 2019

Lobster

Gestern Abend sind einige noch mit dem Beiboot zur Insel mit der Bar gefahren. Dort gab es Bier und Rum, sonst eigentlich nichts. Eine Flasche Rum der Marke Abuelo haben sie mitgebracht. Nach dem Motto "Un Abuelo por el abuelo" durfte ich den dann auch mal probieren. Lecker!

Heute sind wir den ganzen Tag vor unserer Trauminsel vor Anker geblieben. Zweimal bekamen wir die Gelegenheit, zum Schnorcheln mit dem Beiboot ans Riff gefahren zu werden. Dörte ist die Hitze allerdings etwas auf den Kreislauf geschlagen, so dass sie sich das nicht zugetraut hat. Wir haben uns stattdessen an Bord entspannt und gelesen.

Mit dem Beiboot zum Schnorcheln
Gelegentlich kam ein Versorgungskanu und bot Bier, Rum und alles mögliche andere an. Das Interessanteste dabei war das Lobster-Boot. Der Kapitän hat hart verhandelt und Lobster für uns alle besorgt, die gab es dann zu Mittag.

Versorgungskanu
Lobster nach dem Kauf
Lobster auf dem Teller - lecker
Irgendwann soll es weitergehen, aber so genau nimmt man das nicht. Und langsam bin ich auch schon in der Stimmung, dass die Reise ruhig noch länger dauern könnte. Mindestens einen Tag zu spät kommen wir in Cartagena an, vielleicht auch mehr. Und ohne Internet können wir auch nicht Bescheid sagen. Macht aber nix ...

Anmerkungen von Dörte:

Die Übrigen an Bord waren sehr besorgt um mich:"Dreh dich jetzt am besten weg!", als die Lobster vorbereitet wurden. Es ist aber auch nicht schön, wenn der Panzer mit Messer und Hammer geöffnet wird. Wieder ein Grund, Vegetarier zu sein. Ich bin froh über meinen gebratenen Käse, der echt lecker ist mit einer Paste aus Mango und Knoblauch (oder so, hab das Rezept noch nicht)

Heute war der Tag des Seafoods. Der gestern selbst gefangene Fisch wurde zu Ceviche verarbeitet.

Insgesamt verbreitet sich eine gewissen karibische Lässigkeit - schon an der Länge des Blogs von Jan zu erkennen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Trauminseln

Heute früh konnten wir nach einem leckeren Frühstück mit Pfannkuchen nicht gleich losfahren, weil die Ankerkette nicht vom Ankermotor hochgezogen werden konnte. Am Ende war Handarbeit mit dem Flaschenzug angesagt. Das gab uns noch zusätzliche Zeit, in dem herrlich warmen Wasser zu schwimmen.

Pfannkuchen zum Frühstück
Abwaschen mit Seewasser
Dörte trocknet nach dem Schwimmen in der Sonne
Schwimmen im warmen Wasser
Die Ankerkette rutschte auf dem neuen Ankermotor
Als wir endlich loskamen, ging es an ganz vielen kleinen Inseln vorbei. Einige sehen wirklich wie in den Cartoons aus, auf denen ein Schiffbrüchiger gelandet ist: Kreisrund und ein bis zwei Palmen in der Mitte. Das erste Ziel war die Immigration-Insel, auf der wir ordentlich aus Panama ausgestempelt wurden.

Immigration Island
Von dort ging es weiter zu einer Trauminsel mit jungen Palmen und nur ein paar Hütten für eine einzige Familie. Zu dieser Insel sind wir vom Schiff rübergeschwommen und haben sie uns angesehen: Sogar der Strand ist dort geharkt.




Die knapp 20 Kilometer heute waren alle innerhalb der St. Blas Inseln, d. h. wir waren durch das Riff vor hohen Wellen geschützt. Uns geht es also gut und mit Reisetabletten helfen wir nach, dass es so bleibt.

Genau jetzt beim Bloggen haben wir einen Mantarochen entdeckt. Und wir haben den ersten Fisch gefangen, einen Red Snapper.

Der erste gefangene Fisch!
Anmerkungen von Dörte:

So ganz traumhaft sind die Inseln für die Bewohner nicht unbedingt. Es sind schon Inseln untergegangen - hier auf dem Foto sieht man noch einige Palmenstümpfe aus dem Wasser ragen. Das ist vor 5 Jahren wohl  noch anders gewesen.

Hier stand mal eine Hütte
Heute hat der Kapitän übrigens das Beiboot zu Wasser gelassen und meinte, dass er uns auch zur Insel fahren würde - ober irgendwo abholen (falls ich das Schiff nicht wiederfinde...) Das war aber nicht notwendig, hier gibt es keine große Strömung und wir ankern nur 50 Meter vom Ufer entfernt.

Übrigens hat unser Kapitän für uns eine Art Zoll gezahlt an die Familie, die auf dieser Winzinsel lebt. Dafür darf man auch alles fotografieren.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Dörte gerettet

Es ging natürlich nicht um 18 Uhr los. Und auch nicht heute früh um vier Uhr, wie angekündigt. Um diese Zeit habe ich den Kapitän und den Koch noch gemütlich schlafend auf dem Achterdeck gesehen. Mir war es nämlich zu stickig in der Kabine und ich musste deshalb in der Nacht mehrfach frische Luft tanken. Aber um 6 Uhr ging es dann endlich los. Es schaukelte mächtig in der Koje und ich bekam als erste Anzeichen der Seekrankheit Schweißausbrüche. Ich ging sofort an Deck und wurde dort mit Reisetabletten und einem Eimer versorgt. Dieser schwarze Eimer war für die nächsten 7 Stunden(!) mein bester Freund. Ich ließ ihn nur los, wenn Daniel ihn kurz ausleerte. Lektion für morgen: Reisetabletten muss man rechtzeitig nehmen! Ich war nicht der einzige mit Seekrankheit, aber wohl derjenige, dem es am schlechtesten ging. Ich zählte die Stunden und Minuten runter, bis wir nach ca. 80 Kilometern bei den St. Blas-Inseln ankamen. 9 Stunden haben wir dafür gebraucht bei einem Wellengang von 3 Metern Höhe.

Als wir ankerten, habe ich mich erst einmal zum Schlafen zurückgezogen. Dörte hat inzwischen die Insel Chichime, vor der wir ankern, erkundet. Aber sie hat nicht den Weg zum richtigen Schiff zurückgefunden, sondern ist in einem anderen Schiff an Bord geklettert. Dessen Crew hat sie dann gerettet und mit dem Beiboot vorbeigebracht.

Am Strand
Muschel
Koralle
Erst gegen 16 Uhr gab es eine Paella als Lunch - da war ich schon wieder auf dem Damm und konnte mitessen.

Relaxen an Bord
Daniel, unser Kapitän
Nach dem Mittagessen bei der Suche nach einer Internetverbindung
Sonstiges:

Hier gibt es kein Internetsignal, deshalb erscheint der Blog später.

Anmerkungen von Dörte:

Die Insel ist niedlich. Allerdings weiß ich nicht, ob sie von der Klimaerwärmung gefährdet ist. Am Strand standen Stümpfe von abgestorbenen Palmen und mitten auf der Insel gab es Salzwasserpfützen. Wovon die rund 50 Menschen leben, die ich mal so als Bevölkerung schätze? Außer Fischen und Minitourismus kann ich mir nichts vorstellen. Man hätte sich für 2 Dollar mit Musikbeschallung an den Strand legen können.

Musikbeschallung für den Strand
Interessant war auch die Geschichte zu dem Wrack, das auf dem Riff hier liegt. Ein reicher Engländer ist mit seinem Katamaran aufs Riff aufgefahren und hat wohl großspurig Hilfsangebote abgelehnt mit dem Hinweis, dass er ein noch größeres Boot hätte, welches er jetzt mal holte. Leider ist er mit diesem größeren Boot dann in den Katamaran reingekracht, so daß dann eine ganze Zeitlang zwei Wracks dort lagen. Der Kat ist zwischenzeitlich allerdings freigeschleppt worden.

Wrack im Riff


Dienstag, 22. Januar 2019

Wenn der Wind nachlässt ...

... segeln wir los. Das haben wir gestern und heute mehrfach gehört und es erinnerte uns an den Busbahnhof von Ciudad de Juarez. Aber nachher gegen 18 Uhr soll es wirklich losgehen, hoffen wir das Beste.

Wir hatten tagsüber das Schiff für uns
Gestern Abend sind wir mit einem kleinen Boot zu unserem Katamaran gebracht worden. Das war etwas unheimlich im Dunkeln, aber es hat gut geklappt. Dörte hat es auch sofort katzengleich geschafft, die steile und fast glatte Bordwand hochzuklettern. Mich musste man erst zur Treppe am Heck fahren. Wir haben eine Zweier-Kabine im Heck des Backbordrumpfes mit einem wirklich großen Bett. Nachdem wir etwas durchgelüftet hatten, konnten wir auch gut schlafen.

Unsere Kabine
Kombüse und Salon
Daniel, unser Kapitän, hat uns die beiden wichtigen Regeln erklärt: Immer eine Hand für das Schiff und bei Mann über Bord dürfen wir den Unglücklichen nicht aus den Augen verlieren. Das Schiff ist groß genug für 10 Gäste und 2 Besatzungsmitglieder: 4 Zweier-Kabinen in den Rümpfen für die Paare und im Salon schlafen die beiden allein reisenden Frauen. Daniel und Frank, der Koch, schlafen auf Deck.

Früchte haben wir genug an Bord
Abfahrt zum Strand
Zum Frühstück gab es Ananas, Bananen, Melonen, Rührei sowie Brot mit Erdnussbutter oder Frischkäse. Wir passten auch alle an den großen Tisch. Weil der Wind noch nicht nachließ, konnten wir am Morgen an einen Inselstrand gefahren werden. Die anderen haben die Gelegenheit wahrgenommen, während wir an Bord blieben, eine Partie Go spielten und lasen. Wir bekamen unser Mittagessen dafür an einer kleinen Hütte am Hafen. Eigentlich ganz gut: Ich bin ja kein Strandmensch und konnte mir so einen Strandtag ersparen. Und bekam Fleisch statt Fisch!

Relaxen an Bord
Fleisch statt Fisch zu Mittag
Jetzt sind die anderen vom Strand zurückgekommen und es soll bald losgehen. Da blogge ich lieber vorher, denn hier ist der Empfang ganz gut.

Sonstiges:

Dörte hat übrigens freiwillig auf den Strandtag verzichtet. Es war zu bewölkt.

Anmerkungen von Dörte:

Jan hat geradezu eine Glückssträhne: Je länger wir im Hafen liegen, desto weniger Zeit bleibt für irgendwelche Inselstrände.

Naja, katzengleich bin ich nicht an Bord geklettert, ich war froh, dass ich es ohne Probleme schaffte. Wenn jemand katzengleich an Bord gekommen ist, dann Jan: Wie Garfield...

Montag, 21. Januar 2019

Fahrt zur Karibikküste

Gestern Nacht konnten wir die Mondfinsternis von den Liegen in der Pool Area wunderbar verfolgen. Für uns Deutsche stand der Mond ungewöhnlich hoch am Himmel, deshalb war der Blutmond bei der vollständigen Verfinsterung auch eher klein. Trotzdem ist das immer ein beeindruckendes Schauspiel.

Heute stand die Reise zum Segelschiff auf dem Programm. Dazu haben wir zunächst kräftig umgepackt, denn unsere großen Rucksäcke werden irgendwo unten im Boot verstaut werden und sind während der 5-tägigen Fahrt nicht zugänglich. Außerdem sollten wir sicherheitshalber alles in Plastik-Müllsäcken verpacken, falls das Gepäck doch mal ins Wasser fällt. Ursprünglich sollte uns der Kleinbus am Hotel abholen, aber auch hier hat der Papstbesuch etwas verändert: Heute gab es die ersten Straßensperrungen und deshalb sollten wir uns bei einem zentral gelegenen Hostel treffen.

Warten auf den Transport nach Puerto Lindo
Wir waren so rechtzeitig da, dass ich einen zweiten Versuch unternehmen konnte, einen Cache zu finden. Auch diesmal habe ich den kleinen Nano-Cache nicht gefunden. Blöd, wenn man nun noch eine Idee für einen dritten Versuch hat, aber die Zeit und Gelegenheit dafür fehlt. An dem zentralen Hostel haben wir unsere Mitfahrer kennengelernt: 4 Österreicher, 2 Niederländer, 1 Guatemalteke und eine Engländerin. Insgesamt mehr Frauen als Männer. Das kann sehr nett werden!

Mit Snack-Vorräten im Kleinbus
Auf dem Weg haben wir an einem Supermarkt Halt gemacht, um Bier und Snacks einzukaufen. Kurz danach kamen wir an die Küstenstraße und sind dieser für etwa 40 Kilometer gefolgt. Hier sind wir in Puerto Lindo, gefühlt am Ende der Welt. In einem kleinen Restaurant hat uns unser Kapitän Daniel begrüßt. Wir werden hier noch zu Abend essen und gegen 20 Uhr mit einem Speedboot zum Segelboot gefahren. Dort werden wir übernachten und morgen früh lossegeln.

Puerto Lindo
Das Motto für die nächsten Tage
Sonstiges:

Wegen der Segeltour können die Blog-Einträge jetzt etwas unregelmäßig werden.

Anmerkungen von Dörte:

Wir werden erst morgen lossegeln, weil der Wind noch zu stark ist....  Hmmmm